Erfolgreiches Community Management
May 6, 2008 – 11:53 amIm Web 2.0 Zeitalter entwickeln sich Blogs und Communities rasant. Heutzutage ist fast jede Nische mit einer eigenen “special interest”-Community und diversen Blogs besetzt, weswegen der Start einer neuen Community schwierig erscheint. Um dennoch eine Community in einer bereits besetzten Nische zu etablieren, müssen Unternehmer verschiedene Punkte berücksichtigen. Kernelemente eines erfolgreichen Community Managements sind folgende:
1. Thema & Namen finden
Nachdem man sich im Klaren ist, welches Thema die Community behandeln soll und der Markt nach Konkurrenten bzw. etablierten Communities “gescannt” wurde, sollte man sich Gedanken über den Namen machen. Viele Webmaster tendierten bei der Namensfindung dazu, das Themengebiet in Verbindung mit “Community” zu wählen - zum Beispiel studenten-community. In diesem Fall ist ein Branding nicht möglich, da auf die Schaffung einer eigenständigen Marke verzichtet wurde. Ideal ist ein einzigartiger Name mit möglichst wenigen Buchstaben, den man dann über die Zeit zur Marke aufbauen kann. Dieser Name sollte leicht zu merken und sämtliche URLs (verschiedene Top-Level Endungen sowie Falschschreibweisen) noch verfügbar sein. Hat man bereits die URL www.thema-community.de, so sollte man sie mittels einer 301er Weiterleitung auf die Community Domain weiterleiten.
2. Eigene Technik entwickeln und testen
Nachdem der Name gefunden und die dazugehörigen Adressen reserviert wurden, muss die IT Infrastruktur getestet und entwickelt werden. Eigenentwicklungen sollten open source Lösungen vorgezogen werden, da bei open source Lösungen Schwachstellen dokumentiert und für “Hackerangriffe” ausgenutzt werden könnten. Zusätzlich spart man sich so Lizenzkosten.
Ist die Infrastruktur entwickelt, so muss kontinuierlich vor dem Start getestet werden. User hassen fehlerhafte Seiten und nicht funktionierende Skripte. Vor allem zu Beginn kann dies Inaktivität und Abmeldungen provozieren. Sobald die Infrastruktur steht und funktioniert, kanns eigentlich mit der User-Akquise losgehen.
3. Lead-User finden und überzeugen
Am Anfang sollte man gezielt User einladen. Einerseits sollte man persönliche Bekannte und Kontakte anschreiben, einladen und von der Community überzeugen, anderseits sollte man Experten in die Community einladen und um Gastbeiträge bzw. Aktivität bitten. Diese Experten kann man in bereits etablierten Communities, Foren, Blogs oder über die Google Suche identifizieren. Bei der Ansprache der Experten sollte man allerdings äußerst sensibel vorgehen und höflich auf die neue Community hinweisen. Zusätzlich kann es nicht schaden auf die USP der Community hinzuweisen.
4. “Kundenbindungsmanagent”
Nachdem man die ersten aktiven User gewonnen hat, müssen diese betreut und “bei Laune gehalten” werden. Die Betreuung aktiver User sollte persönlich erfolgen. Aktive Teilnahme und Einladungen müssen incentiviert werden. Egal ob Gutschein oder Weihnachtskarte - je origineller und freundlicher der persönliche Kontakt, desto motivierter sind die User.
Fake Profile anzulegen ist aufwendig und dauert viel zu lange. Darüber hinaus zerstört es die eigene Glaubwürdigkeit und hat oft nur negative Konsequenzen für die Stimmung in der Community wenn User “gefakte” Profile erkennen.
5. PR & Marketing Kampagnen für die Community
Um konvertierenden Traffic auf die eigene Community zu bekommen, eignen sich mehrere Methoden. Zum einen sollte man mit Hilfe der Suchmaschinenoptimierung die Seite für Suchmaschinen optimieren und auffindbar machen, zum Anderen muss man zwingend mit einer möglichst “longtailigen” AdWords-Kampagne Traffic einkaufen. Hier bietet sich die Möglichkeit gewünschte Suchanfragen, auf die man die eigene Seite nicht optimieren kann / soll, auf die eigene Seite umzuleiten.
Eine andere Möglichkeit bietet noch Social Media Marketing, also die Vermarktung der eigenen Community in themenrelevanten Foren und Blogs oder in Foren, Blogs, Communities und anderen Seiten mit möglichst hoher Reichweite. Führt man von Anfang an ein “corporate blog”, in welchem man die ersten Phasen der Gründung beschreibt und Einblicke in seine alltägliche Arbeit als Community Gründer gibt, kann man dies unterstützend für die Vermarktung der eigenen Community nutzen und der Community ein Gesicht geben (im Sinne: “wir sind die Menschen hinter…”).
Eine weitere Möglichkeit zur Usergenerierung stellt das Affiliate Marketing dar.
6. Mitgliederbetreuung - in der realen Welt
Vor allem für eine Nischen-Community ist es hilfreich, Mitgliederversammlungen in Form von Barcamps, Partys oder Workshops durchzuführen. Kennen sich lead user oder “normale” Mitglieder auch privat oder schafft man es so inaktive User aktiv zu machen, kann das der Aktivität und somit Attraktivität der Community einen Schub geben. Kennt man seine User persönlich, so kann man direkt ihre Wünschen, Kritikpunkten und Anregungen für die Community erfragen und die Community für User optimieren.
7. Keine Panik
Nicht jede Community entwickelt sich innerhalb von kurzer Zeit zu einem zweiten Studivz. Vor allem Nischencommunities wachsen langsam und ungleichmäßig. Operative Hektiv ist stets zu vermeiden, stattdessen sollte man auch bei einem ersten Einbruch der Userzahlen Ruhe bewahren und überlegt handeln. Hilfreich ist hier sowohl das Tracking als auch die Webanalyse für Communities.
8. Webanalyse
Die Grundlage für ein erfolgreiches Community Management stellt die Webanalyse dar. Mit Hilfe des Trackings erhebt man Daten über das Userverhalten und kann diese im Rahmen der Webanalyse auswerten. Sobald man beispielsweise weiß, welche Themen User interessieren, welche User aktiv sind und welche nicht, kann man unerwünschten Entwicklungen (Inaktivität) entgegen steuern und eventuell die Community für User interessanter machen. Des Weiteren kann man heavy user identifizieren und gezielt im Rahmen der Mitgliederwerbung oder Vermarktung anschreiben. Die einzelnen Möglichkeiten der Webanalyse für Communities lesen sie hier.
9. Keine Panik
Geben sie der Community ausreichend Zeit zu wachsen und haben sie Geduld. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wenn sie das Userverhalten durch die Webanalyse verstehen und die Community für die User optimieren, dann steht einem langfristigen Erfolg eigentlich nichts mehr im Wege.
10. Was macht die Konkurrenz?
Beobachten sie ständig die Konkurrenz. Melden sie sich in anderen (auch themenfremden) Communities an und identifizieren sie deren “usp“. Was bieten andere Communities dem User? Was ist deren Mehrwert? Welche Initiativen zur Userbindung werden ergriffen? Wie schnell wächst die Konkurrenz? Wie werden andere Communities beworben? Welche wertvollen features werden in anderen Communities geboten? etc.
Das Wichtigste: was kann ich übernehmen (kopieren, imitieren, verbessern) um meine Community zu verbessern? Eine Community muss ständig optimiert werden um aktiv und attraktiv zu bleiben.
11. Keine Panik
Okay, sie wissen es bereits! Wenn sie diese Punkte befolgen sind sie auf dem richtigen Weg. Sollten sie Fragen oder Probleme haben, dann rufen sie uns an. Wir helfen ihnen gerne!!!
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